Post Mortem für Texte: Was könnte schiefgehen?

Haben Sie sich bei der Texterstellung auch schon gefragt, was alles schiefgehen könnte, sobald Sie den Text publiziert haben? Besonders Unternehmen und Organisation riskieren bei unsorgfältiger Kommunikation im schlimmsten Fall einiges: sie schädigen ihren Ruf, sie schrecken potenzielle Kundschaft ab, stellen sich bloss oder lösen einen “Shitstorm” aus. 

In der Regel dürften dies Ausnahmen sein. Dennoch benötigen Texte und Publikationen Sorgfalt. Die Textverantwortlichen – Texter*innen, Redakteur*innen, Content-Verantwortliche – sorgen sich um qualitativ hochwertige Kommunikation. Dafür bedienen sie sich bewährter Methoden und Prozesse wie Feedback, Lektorat und anderem. Eine weitere Methode möchte ich hier vorstellen, die besonders bei grösseren Kommunikationskampagnen oder Publikationen Sinn macht: ein Post Mortem für Texte. 

Von der Medizin ins Unternehmen

Ursprünglich aus der Medizin und Kriminologie stammend, wird seit einiger Zeit von Unternehmen die Post Mortem-Sitzung eingesetzt. Am Ende eines Projekts wollen die Beteiligten verstehen, was funktioniert hat und was nicht, um daraus für zukünftige Projekte zu lernen. Bei längeren Projekten setzen Unternehmen das Vorgehen regelmässig während deren Laufzeit ein. 

Für Texte und Publikationen können wir dieses Vorgehen in zugespitzter Form anwenden. Es soll uns noch vor Abschluss der Textarbeit und vor der Veröffentlichung helfen herauszufinden, woran es mangelt und was zum Scheitern führen könnte. 

Veranstalten Sie das Post Mortem Ihrer Publikation oder Kommunikationskampagne früh genug, damit die Verantwortlichen genug Zeit haben, die Erkenntnisse umzusetzen. 

Annahmen und Fragen für die Post Mortem-Besprechung

Gerne gebe ich Ihnen Ideen, welche (Art von) Fragen Sie im Post Mortem stellen können. Gehen Sie für die Dauer des Vorgehens von folgenden fiktiven Dingen aus: 

  • Niemand hat sich für Ihre Texte, Publikation bzw. Kampagne interessiert wie geplant. 
  • Ihr Vorhaben ist auf der ganzen Linie gescheitert. 

Abhängig von Ihrem Fokus – gesamte Kampagne, einzelne Texte oder Publikation – fragen Sie sich: 

  • Warum hat sich das Zielpublikum nicht für die Texte etc. interessiert? 
  • Warum hat ihr Publikum negativ oder ganz anders als erwartet reagiert? (Die Texte haben das Publikum z. B. auf eine andere “Reise” geschickt als von Ihnen geplant.) 
  • Weshalb erhalten Sie Reaktion von Personen, die Sie nicht zu erreichen beabsichtigten? 
  • Weshalb werden gewisse Dinge in den Texten oder der Kampagne kritisiert? Welchen metaphorischen Nerv haben Sie ungewollt getroffen? 
  • Welche Aussagen, Textstellen oder sonstigen Elemente haben besonders zum Versagen geführt? 
  • Welche Ihrer Absichten und Annahmen sind ins Leere gelaufen und warum? 
  • Was ist bei der analogen und/oder digitalen Verbreitung schiefgelaufen? (z. B. Wahl der Kanäle) 
  • Mit welchen Kommunikationspartnern lief der Prozess schief? 

Spielerisch Texte und Unternehmenskommunikation optimieren

Der Prozess soll Ihnen spielerisch ermöglichen, Lücken, mögliche Missverständnisse und unbeabsichtigte Folgen aufzuspüren. Mit den Erkenntnissen planen Sie die nötigen Änderungen. 

Mit dieser Auseinandersetzung sorgen Sie einmal mehr dafür, dass Ihre Anstrengungen zielführend ausfallen. Auch wenn Sie nie alle Eventualitäten vorhersehen können, sind Sie Ihrem Ziel einer erfolgreichen Veröffentlichung oder Kampagne nähergekommen. 

Haben Sie Lust auf ein Post Mortem für Ihre Texte bekommen? Ich unterstütze Sie gerne in der Rolle des Textberaters dabei, dass das fiktive Szenario Fiktion bleibt.

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