Schreib-Tools: Warum sie meine Texte bereichern und mich zugleich nerven

Schon wieder ein Wort unterstrichen. Manchmal gelb, rot, grün oder rot, abhängig vom Schreib-Tool, das sich meldet. Wenn ich vergesse, dass alle gleichzeitig laufen, sehe ich vor lauter Farbstrichen meinen Text kaum mehr. 

Seit ein paar Wochen habe ich in meinem Browser die drei Schreib-Tools als Erweiterungen installiert: Duden Mentor, Grammarly und Witty. Mit den Gratisversionen komme ich bereits weit, auch wenn ich nicht das ganze Potenzial der Werkzeuge ausschöpfe (woran sie mich regelmässig erinnern). 

Der Duden Mentor weist mich auf meine Fehler und verbesserungswürdigen Wörter und Sätze im Deutschen hin, während Grammarly dasselbe in Englisch leistet. Mit Witty vom Schweizer Unternehmen Witty Works erhalte ich sowohl in Deutsch als auch Englisch Rückmeldungen. Witty geht über die beiden anderen Tools hinaus, weil es nicht nur ein digitales Gespür für Rechtschreibung, Füllwörter und anderen Sprachbalast hat. Das Unternehmen hat sich inklusive Sprache auf die Fahnen schreibt. Das Schreib-Tool erinnert mich daran, wenn ich Wörter oder Wortendungen verwende, die ausschliessend wirken könnten. Witty bietet im eigenen Online-Konto sogar Analysen, die mir grafisch zeigen, welche Art Fehler oder Hinweise wie stark vertreten waren und welche Vorschläge ich ignoriert habe. 

Ich halte mich bei Weitem nicht an alle Sprach- und Schreibtipps dieser Tools. Sie mögen in vielen Fällen berechtigte Hinweise geben. In gewissen Fällen stossen sie jedoch an ihre Grenzen. Sie offenbaren, dass die schlauen Algorithmen, die den Tools zugrunde liegen, oftmals nur die Wörter oder allenfalls das Satzgefüge betrachten. Von der Bedeutung oder Aussage eines Satzes wissen sie anscheinend nichts oder kaum etwas. So gab es in den letzten Wochen mehrmals Situationen, in denen ich den Bildschirm anlachte, weil das markierte Wort und die Erläuterung in diesen Fällen schlicht unnötig oder gar falsch waren. Wenn ich beispielsweise einen Text von einer Kollegin korrigiere, in dem sie sich als „Managerin“ bezeichnet, dann werde ich den Hinweis von Witty ignorieren, es gäbe inklusivere Wörter oder Wendungen dafür.

Aber: Kaum habe ich diesen Post geschrieben, kommt Witty Works mit einem Update, das diesen Mangel an Kontextwissen behebt.

Manchmal nerven die Tools. Trotzdem bin ich froh, gibt es sie. Sie ersparen mir den Gang zu Nachschlagewerken und erweitern meinen Sprachhorizont. 

Nun muss ich es nur noch schaffen, nicht alle drei Schreib-Tools gleichzeitig laufen zu lassen… 

Disclaimer

Ich wurde von keinem der Unternehmen, die die genannten Tools verantworten, für diesen Post bezahlt. Die Links führen direkt zu den Anbietern (keine Affiliate Links). 

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