Einen Verlag finden: Wie Sie vorgehen, damit Ihr Buch beim passenden Verlag landet

Wenn Sie ein Buch bei einem Verlag veröffentlichen wollen, müssen Sie Zeit und Energie investieren, den richtigen zu finden. Erstautor*innen, die sich in der weiten Welt der Verlage nicht auskennen, können sich schnell verirren und sogar an den falschen Verlag, der diesen Namen nicht würdig ist, geraten. In diesem Post zeige ich, was es bei der Verlagssuche und -wahl grundsätzlich zu beachten gibt. 

Buchschreiben ist nur die Hälfte der Arbeit 

Ein Sachbuch zu schreiben ist an sich harte Arbeit. Informationen recherchieren, den Aufbau des Buches definieren, einen ersten Entwurf schreiben und später überarbeiten – alles kein Zuckerschlecken. Sobald man eine gute Idee vom Buch hat oder auch erst, wenn der erste vollständige Entwurf vorliegt, muss man sich an die Verlagssuche machen. Damit beginnt eine andere Art aufwendiger Arbeit. 

Autor*innen, die ihre Bücher nicht nur auf Online-Plattformen, sondern vor allem im Buchhandel anpreisen und verkaufen wollen, kommen kaum an einem Verlag vorbei. Diese speisen die Daten über das Buch nicht nur in alle bekannten Webshops, sondern verfügen über ein gutes Vertriebsnetz. So landet das Buch automatisch bei Buchverteilzentren und im Buchhandel, ohne dass die Autor*innen etwas machen müssen. 

Abgesehen von der logistischen Infrastruktur – sowohl physisch wie digital – funktionieren Verlage im besten Fall als Qualitätsfilter. Ich kenne keine konkreten Zahlen, aber Verlage erhalten eine Unmenge an Buchprojekten eingesendet, von denen sie den Grossteil ablehnen müssen. Dies geschieht aus verschiedenen Gründen: weil ein Vorschlag nicht ins Programm passt; weil nicht die gewünschten Informationen geliefert wurden; oder schlicht, weil die Qualität des eingesendeten Konzepts und Textbeispiels nicht ihren Erwartungen entspricht. 

Den passenden Verlag finden 

Als Buch-Coach habe ich Autoren und Autorinnen geholfen, den passenden Verlag zu finden. Dabei sind folgende Punkte wichtig: 

  • Das Thema des Buches muss ins Verlagsprogramm passen. Ein Verlag nennt in der Regel auf der Webseite, auf der es um die Manuskripteinsendung geht, zu welchen Themen er veröffentlicht und welche Textsorten er akzeptiert. Meistens steht da auch eine Liste all der Themen und Textsorten, die nicht im Programm sind. Wenn also ein Verlag schreibt, er publiziere keine Ratgeber, muss man es mit einem solchen nicht versuchen. 
  • Um von den unzähligen Verlagen eine engere Auswahl treffen zu können – eine Shortlist –, gibt es einen einfachen Weg: Welche Bücher sind zu Ihrem Thema bereits erschienen und bei welchen Verlagen? Es lohnt sich, die Bücher in der Bibliothek oder in einer Buchhandlung genauer anzuschauen. Denn so sieht man gleich, ob einem die Aufmachung des Buches gefällt und ob es sich um ein qualitativ befriedigendes Buch handelt (Layout, Satz, Textqualität). So habe ich schon einige Zeit in meiner bevorzugten Buchhandlung verbracht, auf der Suche nach passenden Verlagen, über die ich dann zu Hause weiterrecherchieren konnte. 
  • Sobald man eine Liste von Verlagen vorliegen hat (3-5 sollten reichen), sollte man sich anschauen, welche Informationen der Verlag auf seiner Webseite bereitstellt. Besonders die Informationen zur Manuskripteinreichung sind wichtig, weil da alles stehen sollte, was man wissen muss, um das eigene Buch beim Verlag vorzustellen. Auch hier könnte ein Verlag wegfallen, weil er den eigenen Erwartungen nicht gerecht wird. Als Beispiel: Wenn ich bei einem Verlag lese, dass er alle Themen und Textsorten akzeptiert und eine möglichst schnelle Publikation garantiert, dann weiss ich, dass ich bei einem Verlag gelandet bin, der vor allem aufs schnelle Geld aus ist. 
  • Sollte ein Verlag keine brauchbaren Informationen zur Manuskripteinsendung bieten, zögern Sie nicht, ihn per E-Mail oder Telefon danach zu fragen. Zugleich zeigen Sie Interesse am Verlag für Ihre Buchpublikation. Falls Sie die Gelegenheit erhalten, Ihr Buchprojekt kurz vorzustellen, nur zu. Aber eigentliche Vorstellung des Inhalts geschieht jedoch erst mit der Einsendung der vom Verlag gewünschten Unterlagen (Buchkonzept bzw. Proposal, Leseprobe u.ä.). 
  • Bei Zweifeln, ob ein Verlag gut arbeitet oder der richtige ist, kann man direkt mit einer Autorin oder einem Autor des Verlags Kontakt aufnehmen. Ich habe für ein Buchprojekt beispielsweise einen Autor kontaktiert, der mir in einem Online-Meeting von der Zusammenarbeit und den Herausforderungen des Publikations- und Marketingprozesses erzählt hat. Das Gespräch hat mir eine neue Perspektive auf den Verlag eröffnet, die ich auf Basis der öffentlichen Verlagsinformationen nicht erhalten hätte. 

Vorsicht vor “räuberischen” Verlagen 

Bei der Verlagssuche ist aber auch Vorsicht geboten. Wer nach Publikationsmöglichkeiten sucht, stösst bald auf Verlage, die Autor*innen suchen. Nun, mir ist noch kein einziger namhafter und seriöser Verlag unter die Augen gekommen, der aktiv nach neuen Autor*innen oder Manuskripten sucht – bestimmt nicht auf einer Webseite oder mit Werbung. 

Bei solchen und anderen Verlagen handelt es sich um sogenannte Räuberverlage (engl. predatory publishers). Sie sind nicht nur in der akademischen Welt unterwegs, sondern schnappen sich auch Erstautor*innen, denen die Erfahrung in der Verlagswelt fehlt. Diese Verlage verlangen einen hohen Betrag, damit das Manuskript publiziert wird und verkaufen das Buch in kleiner Auflage oder nur als Book on Demand zu einem hohen Preis. Die Kosten des Verlags werden so gering wie möglich gehalten, damit der Gewinn für ihn gross ausfällt. Davon haben aber die Autor*innen nichts. Es gibt keine Qualitätsprüfung durch den Verlag und der Grossteil der Arbeit fällt auf die Autor*innen (Satz, Layout, Lektorat etc.). 

Weil diese Verlage alles veröffentlichen, was ihnen ausgehändigt wird, gibt es kein klares Programm. Den einzigen Ruf, der so ein Verlag haben dürfte, ist den, Manuskripte in Rekordzeit in Bücher zu verwandeln und damit den Markt zu schwemmen. 

Recherchieren Sie gründlich, welche Verlage für Sie in Frage kommen und lassen Sie die Finger von solchen Verlagen (im Web gibt es verschiedene Listen dazu, die Sie im Zweifelsfall konsultieren sollten). Auch wenn Sie so schnell wie möglich Ihr Buch veröffentlichen möchten, ist dies nicht der Weg, den Sie gehen wollen. 

Druckkostenzuschuss nicht gleich schlecht 

Aber nur weil ein Verlag Geld für die Publikation verlangt, heisst das nicht automatisch, dass es sich um einen schlechten Verlag handelt. Abhängig vom Buchtyp und Thema bieten auch seriöse Verlage an, gegen Druckkostenzuschuss ein Buch zu veröffentlichen. In diesen Fällen hat der Verlag eine klare Strategie, die mit den Absatzchancen zusammenhängen. Für die Publikation von Dissertationen verlangen Verlage üblicherweise einen Druckkostenzuschuss, weil sie wissen, dass die Bücher nur eine kleine Auflage benötigen, um damit vor allem Bibliotheken und wenige Expert*innen zu versorgen. Der physische und digitale Vertrieb und die üblichen Marketingmassnahmen sind gewährleistet. Nur wenn sich ein Verlag einen Gewinn erhofft – die Marge ist im Vergleich zu anderen Branchen klein – und sich das finanzielle Risiko lohnt, wird er keinen Zuschuss verlangen. 

Unterstützung durch den Buch-Coach 

Falls sich für Sie die Verlagssuche und -auswahl mühsam und zeitintensiv anhört oder sie einfach nicht wissen, wo Sie anfangen sollen, unterstütze ich Sie als Buch-Coach. Entweder erarbeiten wir gemeinsam eine Such- und Auswahlstrategie, die Sie umsetzen, oder Sie beauftragen mich, die Arbeit für Sie zu übernehmen. In beiden Fällen müssen Sie entscheiden, welchem Verlag Sie Ihr Buchprojekt unterbreiten wollen. Selbstverständlich unterstütze ich Sie bei der Ausarbeitung der Unterlagen, die der gewählte Verlag von Ihnen benötigt. 

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